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BNE-Konzeptionsprozess in der Landeshauptstadt München (Teil 2)

Gemeinsames Grundverständnis BNE und Vision 2030.

 

München BNE Vision 2030

Ein gemeinsames Grundverständnis von BNE sowie eine mit den Pat:innen aller Bildungsbereiche gemeinsam erarbeitete „Vision 2030“ stellen die Grundlagen der BNE-Konzeption und ihrer erfolgreichen Umsetzung dar. Darauf aufbauend arbeiteten die Arbeitsgruppen an spezifischen Kriterien einer „starken“ BNE.

An dieser Stelle sei darauf hingewiesen, dass es sich bei Maßnahmen, die z. B. auf eine bloße Minimierung des CO2-Ausstoßes oder Reduzierung des Mülls abzielen, noch nicht um eine Maßnahme im Sinne von BNE im Sinne der Münchner Konzeption handelt. Solche zweifelsfrei nachhaltigen Projekte und Aktionen werden erst dann zu BNE, wenn durch Bildungsarbeit Ursachen und Wirkungszusammenhänge erfahrbar gemacht und erklärt sowie Handlungsvorschläge vermittelt werden.

Ist-Analyse und Bestandsaufnahme

Die beteiligten Akteurinnen und Akteure bewerteten auf Basis von Leitfragen, welche Stärken und Schwächen die strukturelle Verankerung, die Angebote, die inhaltliche Ausgestaltung und regionale Verteilung von BNE im jeweiligen Bildungsbereich aktuell in München aufweisen. Darauf aufbauend wurden Handlungsfelder und Aktivitäten benannt, die notwendige Entwicklungen in Gang setzen können. Im Abgleich mit dem Nationalen Aktionsplan BNE, der aus nationaler Perspektive vorrangige Handlungsfelder für die einzelnen Bildungsbereiche aufzeigt, wurden dann einzelne Handlungsfelder identifiziert und priorisiert sowie mit Zielen und Maßnahmen zur Umsetzung hinterlegt. Die beteiligten Akteurinnen und Akteure waren zudem aufgerufen, Ideen für Leitprojekte einzureichen.

Durch die Initiierung von Leitprojekten sollen bereits während der Ausformulierung des Handlungsprogrammes praxisrelevante Erfahrungen gemacht, evaluiert und für eine spätere Skalierung bzw. Vervielfachung von BNE genutzt werden. Aufgabe der AKs und der Projektleitung ist außerdem, inhaltliche Schnittmengen und Querschnittsthemen zu berücksichtigen und BNE-Angebote auch an den Übergängen zwischen den jeweiligen Bildungsbereichen – im Sinne des kommunalen Bildungsmanagements – aufeinander abzustimmen bzw. miteinander zu verknüpfen.

Welche Hürden gab es im Prozess und wie haben Sie diese gemeistert?

Die größte Hürde stellten die limitierten zeitlichen Ressourcen der Projektbeteiligten dar.  Da der gesamte Prozess von allen Beteiligten ohne zusätzliche Ressourcen geleistet wird, gab es immer wieder Engpässe und die Tendenz, dass die Fülle der Aufgaben, zusätzlich zu den „eigentlichen Aufgabenbereichen“ überfordernd wirkte. Aufgefangen wurde das durch das enorme Engagement und große Bereitschaft, den iterativen Prozess mitzugehen.

Eine weitere Schwierigkeit stellte die teilweise sehr hohe Komplexität der Themen und Zuständigkeiten über die städtische Verwaltung hinaus dar. Die Verknüpfung mit anderen laufenden Prozessen (Klimaschutzmaßnahmenplan, Zero-Waste-Strategie etc.) im Blick zu behalten und diese gut zu verschränkenist eine große Herausforderung, welcher durch die Vernetzung zwischen den einzelnen Bereichen begegnet wird.

Digitaler Fachtag BNE (Stadt München)

Was waren die größten Gelingensfaktoren?  

Die Projektleitung war und ist in einem engen Austausch mit den AKs und unterstützt bei Bedarf mit Beratung oder Moderation.

Durch möglichst konkrete Vorgaben zu Struktur und Vorgehen, Absprachen und die Bereitstellung von Arbeitsvorlagen wurde und wird ein klarer methodischer und inhaltlicher Rahmen geschaffen, innerhalb dessen die AKs ihren eigenen Weg gehen können. Vorgaben und Ergebnisse werden immer wieder im Gremium der AK Patinnen und Paten, dem sog. AK Gesamt vorgestellt, diskutiert, feinjustiert und dann verbindlich gemacht.

Durch die heterogene Zusammensetzung sowohl der Patinnen und Paten als auch der Mitwirkenden in  den einzelnen AKs wurde eine starke Vernetzung zwischen der Verwaltung, dem Leitungsteam des Prozesses und den zivilgesellschaftlichen Akteuren und Akteurinnen sichergestellt. Mit diesem multiperspektivischen, partizipativen  Ansatz in der Bearbeitung wird sowohl die Praxisrelevanz der Empfehlungen als auch eine breite Akzeptanz mit dem Ergebnis befördert.

 

Der Auftakt des Prozesses wurde als öffentlichkeitswirksame Veranstaltung gestaltet, um alle Interessierten zum „Mitmachen“ einzuladen und einen guten Startschuss für den partizipativen Prozess zu gestalten. Der gesamte Prozess wird seither durch kommunale Öffentlichkeitsarbeit begleitet, um möglichst viel Transparenz und Einblicke in den Prozess zu bieten. Neben den öffentlichen Veranstaltungen werden Entwicklungen und wichtige Informationen über den Newsletter „München lernt Nachhaltigkeit“ und die Website www.pi-muenchen.de/bnevision2030 bekannt gegeben.

Wie geht es nach dem BNE Konzeptionsprozess weiter?

Der BNE-Konzeptionsprozess mündet in eine Beschlussvorlage, die im Herbst 2022 dem Stadtrat vorgelegt und von diesem beschlossen werden soll. Zudem werden die Ergebnisse für die interessierte Öffentlichkeit auch in einer Broschüre aufbereitet. Ab 2023 geht es dann an die Umsetzung  der Maßnahmen. Zudem erfolgt eine Evaluation der Leitprojekte und langfristig ist auch die Evaluation und Fortschreibung der "BNE VISION 2030" vorgesehen.

01. März 2022 | Amalie Glied-Olsen
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