BNE_cropped

Was ist BNE?

Die Abkürzung BNE steht für Bildung für Nachhaltige Entwicklung. Was ist damit gemeint?

Kurz zusammengefasst:

Nachhaltige Entwicklung wird global mit den 17 universellen Nachhaltigkeitszielen (SDGs) definiert, zu denen sich 193 Staaten der Vereinten Nationen (UN) im Jahr 2015 in der Agenda 2030 bekannten. Alle Menschen können Nachhaltigkeit lernen. Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE) dient einerseits der Befähigung zur Mitgestaltung einer nachhaltigen Entwicklung und Reflexion eigener Handlungen. Andererseits ist BNE ein ganzheitliches Konzept, in dem Institutionen (wie kommunale Verwaltungen) eine Vorbildfunktion für Lernende zukommt. Die lokale Verankerung von BNE ist wichtig, da Kommunen eine zentrale Rolle in der Gestaltung sowie als Impulsgeberin von lebenslangen Bildungsketten in regionalen Bildungslandschaften einnehmen.

Was ist BNE?

Bildung für Nachhaltige Entwicklung ist ein Konzept, zu dem es keine einheitliche Definition gibt. Was den meisten Definitionen gleicht, ist der Anspruch, mithilfe von Bildungsaktivitäten Individuen zur partizipativen Gestaltung einer zukunftsfähigen (Welt-)Gesellschaft zu befähigen. Neben dem Erwerb von anwendungsbereitem Wissen und Fähigkeiten von Einzelnen (Mikroebene) ist der gesellschaftliche Wandel (Makroebene) ein erklärtes Ziel – sprich die Verhaltensänderung von vielen hat Auswirkungen auf die größeren Zusammenhänge. Da BNE einen fächer- und zielgruppenübergreifenden Bildungsanspruch hat, richtet sie sich weder an eine spezifische Zielgruppe (z. B. Alter- oder Lebensphase) noch gibt es einen exklusiven fachlichen Zugang dazu. Vielmehr speist sich der Ansatz aus unterschiedlichen Quellen (u.a. Globales Lernen, politische Bildung, Umweltbildung).

Das Konzept basiert auf der Annahme, dass jeder Mensch Nachhaltigkeit bzw. nachhaltiges Verhalten erlernen kann bzw. dazu in der Lage ist, sein Handeln daran auszurichten. Der inhaltliche Kern von BNE liegt folglich im Begriff der nachhaltigen Entwicklung. Möchte man BNE verstehen, muss man also wissen, was Nachhaltigkeit ist.

Was ist Nachhaltigkeit bzw. nachhaltige Entwicklung?

Das Prinzip der Nachhaltigkeit hat seinen Ursprung in einem zukunftsfähigen Bewirtschaftungsprinzip der Forstwirtschaft. Dieses besagt, dass nur so viel Holz geschlagen werden darf, wie auch nachwachsen kann. Andernfalls entziehen sich die Försterinnen und Förster ihrer Grundlage. Gesellschaft und Wirtschaft sind zwingend auf den Erhalt ihrer natürlichen Grundlagen angewiesen. Diese ökologischen und ökonomischen Dimensionen wurden im heutigen Nachhaltigkeitsdiskurs um soziale und auch kulturelle Aspekte erweitert. Wir können Nachhaltigkeit mit folgenden Beispielen auf die vier Dimensionen beziehen:

  • z. B. ein geringer Ressourcenverbrauch, die Reduktion der Emission von Treibhausgasen sowie Natur- und Umweltschutz insgesamt (Ökologie),
  • z. B. Einkommens- und Bildungsgerechtigkeit (Soziales),
  • z. B. Achtung von Diversität und Inklusion (Soziales)
  • z. B. schonende Nutzung von natürlichen Ressourcen, geregelte Finanzmärkte und Frieden (Ökonomie)
  • z. B. Kooperation sowie kulturelle und individuelle Entwicklung (Kultur)

Laut UN ist nachhaltige Entwicklung eine Entwicklung, "die die Bedürfnisse der gegenwärtigen Generation befriedigt, ohne zu riskieren, dass künftige Generationen ihre eigenen Bedürfnisse nicht befriedigen können" (Hauff 1987, S. 47).

Dieses Leitbild wurde 1992 auf der UN-Weltkonferenz in Rio verabschiedet und findet in den 2015 beschlossenen 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung eine Aktualisierung und Konkretisierung. Im Rahmen dieser Agenda 2030 haben sich die Staaten der Vereinten Nationen zum Ziel gesetzt, auf nationaler, regionaler und lokaler Ebene für die Umsetzung der 17 Ziele zu sorgen. Doch wie kann das gelingen? Spätestens bei der Umsetzung bzw. der Frage, wie diese Ziele zu erreichen sind, wird der Begriff der Bildung relevant.

 

Warum Bildung für Nachhaltige Entwicklung?

BNE ist eine Bildung, die einerseits das Leitbild für nachhaltige Entwicklung und damit verbundene Fakten und Informationen vermittelt. Zum anderen befähigt sie Menschen dazu, vorrausschauend zu denken, das eigene Handeln zu reflektieren, Perspektivwechsel zu vollziehen, zukunftsfähiges Wissen anzueignen und sich an gesellschaftlichen Entscheidungsprozessen zu beteiligen.

Als Querschnittsthema ist BNE eine Perspektive auf alle Lebensbereiche. Für eine nachhaltige Entwicklung in der Gesellschaft braucht es den Wandel im Bewusstsein des Einzelnen ebenso wie die Schaffung von strukturellen Rahmenbedingungen, beispielsweise durch Kommunen.

Literatur

Volker Hauff (Hrsg.) (1987): Unsere gemeinsame Zukunft: der Brundtland-Bericht der Weltkommission für Umwelt und Entwicklung. 1. Auflage. Eggenkamp Verlag, Greven

01. März 2021 |
Weiterführende Artikel