Datenbasiertes Kommunales Bildungsmanagement Bildungsmonitoring

Bildungslandschaften und DKBM

Datenbasiertes kommunales Bildungsmanagement (DKBM) bezeichnet einen organisatorischen Ansatz, der den Fokus auf die gemeinsame Gestaltung von Bildung in der kommunalen Bildungslandschaft richtet.

Bildungsburger

Das Ziel von DKBM ist es, passgenaue und ineinandergreifende Bildungsangebote für Menschen in allen Lebensphasen vor Ort anzubieten sowie aktiv zu gestalten. Damit soll ein wichtiger Beitrag zur Herstellung von Bildungsgerechtigkeit geleistet werden.

Bildungsmonitoring

Im Rahmen eines Qualitätsmanagements initiiert hierbei die Kommunalverwaltung mit Beteiligten der Bildungslandschaft Prozesse, um auf Grundlage von Daten passgenaue Entscheidungen vor Ort zu konzipieren, umzusetzen und deren Effekte zu überprüfen. 

Basis hierfür sind Ziele, die relevante Bildungsakteure auf Grundlage von verlässlichem, datenbasiertem Wissen und Informationen gemeinsam erarbeiten. Die Umsetzung und die Wirkung von daraus abgeleiteten Maßnahmen wird ebenfalls auf Basis der Fachinformationen (Monitoring) überprüft. Durch den zielgerichteten Einsatz der Mittel erreicht man eine größere Effektivität der Maßnahmen bei gleichzeitig fokussiertem Einsatz der Ressourcen. 

Um diese Schritte der Bildungssteuerung sinnvoll umsetzen zu können, haben sich die sieben Praxisbausteine des DKBM (Euler/Sloane 2016) als hilfreiche strukturelle Bedingungen herausgestellt. 

Diese wurden unter anderem auf Grundlage der Praxiserfahrungen der BMBF-Programme „Lernende Regionen“, „Lernen vor Ort“ sowie in der „Transferinitiative“ entwickelt und in die sieben Kernkomponenten des DKBM überführt:

1. Strategie & strategische Ziele 

Definieren von gemeinsamen (Bildungs-)Zielen 

2. Datenbasierung & Monitoring 

Schaffung von Transparenz (Systemperspektive) und einer verlässlichen, kontinuierlichen Informationsbasis über die Prozesse, Strukturen und Effekte von Bildung vor Ort 

3. Interne Kooperation 

Gestaltung der verwaltungsinternen Prozesse im Sinne einer gemeinsamen (Querschnitts-)Aufgabe 

4. Externe Kooperation 

Systematische Gestaltung der Zusammenarbeit mit verwaltungsexternen Akteuren (z. B. aus Zivilgesellschaft, Stiftungen, Wirtschaft etc.) 

5. Koordination 

Abstimmung der Aktivitäten sowie Gestaltung und Umsetzung unter Vermeidung von Doppelstrukturen 

6. Qualitätsmanagement  

Überprüfung und, sofern notwendig, Anpassungen des Erfolgs der Maßnahmen auf Basis definierter Kriterien

7. Bildungsdiskurs 

Systematische Kommunikation von Bildungsthemen und aktive Ausrichtung auf die Zielgruppe 

Wie ist die Verbindung zum Thema BNE?

Um Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE) wirkungsvoll in der kommunalen Bildungslandschaft zu implementieren, bedarf es einer Einbettung in die Strukturen, Strategien und Prozesse vor Ort – und zwar in allen Bildungsorten, über alle Bildungsphasen hinweg. 

Kommunen, die sich bereits auf den Weg gemacht haben, ein datenbasiertes kommunales Bildungsmanagement aufzubauen, sind daher der ideale Ansatzpunkt für eine strukturelle und prozessuale Implementierung von BNE in kommunale Bildungslandschaften. 

Literaturhinweis
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V. (DLR) (2015): Bildung gemeinsam gestalten. Ein Leitfaden für ein datenbasiertes kommunales Bildungsmanagement. W. Bertelsmann Verlag

Euler, Dieter/Sloane, Peter F. E. (Hrsg.) (2016): Kommunales Bildungsmanagement. Kernkomponenten und Gelingensbedingungen. Wirtschaftspädagogisches Forum. Band 50. Detmold  

Image
Marco Schmidt

Dr. Marco Schmidt

Projektleitung
Standort Nord-West
+49 5402 986993-1
marco.schmidt@binakom-nw.de
Kontakt aufnehmen
12. Februar 2021 | Dr. Marco Schmidt
Weiterführende Artikel
BNE

Was ist BNE?

Die Abkürzung BNE steht für Bildung für Nachhaltige Entwicklung. Was ist damit gemeint?

Bildung für Nachhaltige Entwicklung ist ein Konzept zu dem es keine einheitliche Definition gibt. Was den meisten Definitionen gleicht, ist der Anspruch mithilfe von Bildungsaktivitäten Individuen zur partizipativen Gestaltung einer zukunftsfähigen (Welt-) Gesellschaft zu befähigen.

Weiter­lesen